Autosomale Genmutation

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Autosomal-dominantes Erbleiden

Die Vererbung entspricht in diesen Fällen einem monohybriden, dominantrezessiven Erbgang, d.h. es gelten die mendelschen Regeln.
Kennzeichen von autosmal-dominant vererbten Krankheiten sind:

  • Merkmalsträger können homozygot (AA) oder heterozygot (Aa) sein, d.h. das defekte Allel verhält sich dominant.
  • Homozygote Träger zeigen häufig eine sehr starke Ausprägung des Leidens, sodass ihre Lebenserwartung gering ist. Bei Heterozygoten kompensiert das intakte, aber rezessive Allel den Gendefek teilweise.
  • Phänotypisch Gesunde tragen die intakten, rezessiven Allele, sie sind auch genotypisch gesund (aa).
  • Das Auftreten eines Merkmalsträgers in einer gesunden Familie ist auf eine Neumutation zurückzuführen.
  • Die Vererbung ist unabhängig vom Geschlecht, da das betreffende Gen auf einem Autosom liegt.
Modellstammbaum zu einem autosomal-dominanten Erbleiden
Modellstammbaum zu einem autosomal-dominanten Erbleiden

Beispiele:

Erbkrankheit Häufigkeit Krankheitsbild
Vielfingrigkeit 1:5 000 Überzählige Finger oder Zehen, normal ausgebildet oder missgebildet
Kurtzfingrigkeit 1:200 000 verkürzte oder fehlende mittlere Fingerknochen
Erblicher Zwergwuchs 1:50 000 unproportionierter Zwergwuchs durch verkürzte Gliedmaßen (Störung der Knochenbildung)
Erbliche Schwerhörigkeit 1:330 Störung im knöchernen Labyrinth, Beginn 15. 40. Lebensjahr
Marfan-Syndrom 1:10 000 Übermäßige Bildung von elastischen Bindegewebe

Autosomal-rezessive Erbleiden

Kennzeichen von autosomal-rezessiv vererbten Krankheiten sind:

  • Merkmalsträger sind homozygot (aa), d.h. das defekte Allel verhält sich rezessiv.
  • Phänotypisch Gesunde können homozygot gesund sein (AA), aber auch neben dem intakten Allel ein mutiertes besitzen. Sie sind (selbst merkmalsfreie) Überträger (Konduktoren, Aa).
  • Das Auftreten eines Merkmalsträgers in einer gesunden Familie ist also nicht zwangsläufig auf eine Neumutation zurückzuführen, sondern das mutierte Allel kann über GEnerationen verdeckt weitergegeben werden.
  • Eiene relativ Häufige von Merkmalsträgern ist bei Verwandtenehen zu beobachten, da die Wahrscheinlichkeit, dass beide Partner Überträger der rezessiven Krankheit sind, mit dem Verwandtschaftsgrad zunimmt.
  • Die Vererbung ist unabhängig vom Geschlecht, da das betreffende Gen auf einem Autosom liegt.
Modellstammbaum zu einem autosomal-rezessiven Erbleiden
Modellstammbaum zu einem autosomal-rezessiven Erbleiden

Beispiele:

Erbkrankheit Häufigkeit Krankheitsbild
Albinismus 1:15 000 Fehlen des Enzyms zur Umwandlung von Tyrosin in Melanin
Folge: Pigmentmangel in Haut, Haaren und Augen
Mukoviscidose 1:1 000 Fehlerfunktion der exokrinen Drüsen, z.B. Produktion von zähem Schleim in der Lunge und Atemwegen
Galaktosämi 1:20 000 Fehlen eines Enzyms bei der Umwandlung von Galaktose (Bestandteil des Milchzuckers) in Glucose
Folgen: Leberschäden, Gelbsucht, Schwachsinn
Sichelzellenämie Häufig unter

Schwarzafrikanern

in Malariegeieten
Basenaustauschmutation führt zu verändertem Hämoglobin, Sichelform der roten Blutkörperchen bei Sauerstoffmangel.

Folgen: Blutzersetzung, Leber- und Milzschäden, Anämie;

Heterozygote zeigen nur schwache Schäden (eigentlich kondominante Wirkung der Allele A und a)
Phenylketonurie (PKU) 1:10 000 Fehlendes funktionsfähiges Enzym Phenylalaninhydroxylase
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