Definition (Nationalismus)
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Es gibt verschiedene Definitionen die versuchen den Nationalismus zu erklären. Oft wird damit eine politische Ideologie bezeichnet, in der eine ethnische Nation und ein Staat zusammenfallen. Des Weiteren wird Nationalismus auch erhöhter Nationalstolz bezeichnet. Dieser Nationalstolz wird vom Patriotismus, also übertriebenem Stolz, abgegrenzt.
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Definition nach Eugen Lemberg
Nach Eugen Lemberg bildet eine Gruppe von Menschen erst durch die politische Gesinnung eine Nation. Die Gleichheiten, wie die Sprache, Kultur und Abstammung, sind nicht der Hauptfaktor für Nationsbildung. Durch die politische Gesinnung erkennt die Gruppe ihre Zusammengehörigkeit, denn die Gesinnung hat oft ein spezielles Merkmal, welches die Überlegenheit dieser Gruppe darstellt, wie z.B. Rassismus. Zusätzlich wird ein bestimmtes Verhalten vorgeschrieben. Die Gruppe verhält sich beispielweise im Land anders, als vergleichsweise zu anderen Nationen. Dadurch entsteht ebenfalls eine Feindvorstellung gegenüber anderer Nationen.
Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass der Nationalismus nach Eugen Lemberg, eine Gruppe von Menschen zusammenwirft, bei der die Anhänger das gleiche politische Ziel verfolgen. Die Gemeinschaft bildet darin den Gedanken aus, dass sie gegen andere Nationen überlegen seien. Diese Feindvorstellung verstärkt das Gruppengefühl, da die Mitglieder gemeinsam als Nation gegen den "Feind" kämpfen. Somit gelten die Nationen, nach Eugen Lemberg, als feindliche Gemeinschaften, die nur bestehen können, solang sie feindliche Gruppen bzw. Feindbilder haben.
Die Nation muss mehrere Faktoren erfüllen, damit die Nation als solche gesehen werden kann:
- Abgrenzung zu anderen Nationen als charakteristisches Merkmal (z.B. Franzosen wird guter Geschmack vorgeworfen)
- Rolle in der Umgebung (z.B. USA als Weltpolizist)
- Überlegenheit (z.B. USA, Russland, China)
- Gruppenmoral (z.B. unter Fußballfans)
- Feindbild (z.B. Kalter Krieg: USA <=> Russland)
- Vermeidung von Spaltung bzw. Nationale Einheit (lebenswichtig , siehe BRD und DDR, beide sahen sich nicht als eine Nation an)
- Belohnung für die Hingabe an die Nation (z.B. Orden)
Definition nach Peter Alters
Der Nationalismus ist eine politische Gesinnung, in der Menschen die Solidarisierung innerhalb ihrer Nation verkörpern um eine große Bevölkerungsgruppe politisch zu mobilisieren und gemeinsame Ziele zu erreichen. Diese Gruppe sieht sich nicht als Bürger der Welt an, sondern als Bürger ihrer Nation. Somit lassen sich zwei wichtige Faktoren erkennen:
- Ideologie: Diese redet den Bürgern ein, dass sie z.B. überlegen seien
- politische Mobilisierung: Durch den Gehorsam sind die Bürger bereit in einen Krieg zu ziehen.
Vergleich von alten Nationalismus und der Marseillais
Alte Ansicht vom Nationalismus (im 18.Jh.): Damals wurde die herrschende Schicht, also der Adel, als Nation bezeichnet. Der Adel trug politisches Mitbestimmungsrecht und musste zusätzlich keine Steuern bezahlen. Im Gegensatz dazu, musste das Volk die ganzen Steuern bezahlen und hatte kein Mitbestimmungsrecht. Somit hatte, in den Augen des Adels, nur die "hohe Elite" das Recht sich als Nation zu bezeichnen, weil sie politisch mitbestimmen durften und die Nation repräsentierten. Das Volk galt nur als Steuerzahler sowie als austauschbare Arbeiter.
Marche des Marseillais(Lied wurde als Kampflied unter den Soldaten gesungen - seit 1879 die Nationalhymne der Französischen Republik): Das Volk bezeichnet sich darin selbst als Brüder und daran lässt sich erkennen, wie intensiv das Gemeinschaftsgefühl besteht. Die hohe Schicht wird als Tyrannen bezeichnet und nicht als Volk identifiziert. Die "Brüder" der Nation kämpfen zusammen gegen die Bedrohung der Nation. Dazu zählen andere Nationen sowie der Adel.
Die Französische Revolution und der moderne Nationalismus
Abbé Sieyès(französischer Revolutionär und Politiker): Die Nation lebt unter einem gemeinsamen Gesetz. Der Adel erdreistet sich die Rechte und somit ist dieser zu den restlichen Bürgern abgegrenzt und gilt damit nicht als Nation. Die bürgerlichen Rechte bilden damit die Nation, und Privilegien zerstören diese bürgerliche Nation. Hierin argumentiert Sieyès, dass der Dritten Stand (Volk) die Nation ist und der Rest, welche Privilegien genießen, eben nicht zur Nation gehören. Die Nation sei der Ursprung von allem und damit hätte die Nation Recht am Gesetz.
Guizot(1829): Er sieht Frankreich als Mittelpunkt an, weil dies ein höheres Niveau als andere Nationen habe (Hier lässt sich wieder die Abgrenzung sowie Überlegenheitsgefühl zu anderen Nationen erkennen). Er erklärt ebenfalls, dass Frankreich die höchst entwickelteste Zivilisation sei und somit stehe Frankreich für Fortschritt und Entwicklung.
Frankreich besitzt mehrere Werte:
- Öffentliche Freiheit
- Verbindene Empathie ( Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit bilden die Demokratie)
- Gerechtigkeit
- Legalität
Maurras(1900): Nach seiner Meinung ordnet sich die Nationalität dem Wohl der Nation unter. Damit müssen politische Konflikte im Interesse der Bürger bzw. Nation gelöst werden: die Vielfalt der Ideen und Interessen der Bürger muss gegenüber einem höheren Ziel zurückgestellt werden. Er vergleicht den Nationalismus mit dem Royalismus: Das beide Ideologien die gleichen Werten hätten: Der König stehe repräsentativ für die Nation.
la "Grande Nation" bildet sich aus den Werten der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) sowie der Überheblichkeit der Bürger (Radikaler Abgrenzungsgedanke zu anderen Nationen).
Zusammenfassung
Nationalismus lässt sich auf unterschiedliche Sichtweisen erklären. Doch alle Erklärversuche haben gleiche Muster: Die Nation versucht kollektiv politische Ziele zu erreichen sowie jene Abgrenzung zu anderen Nationen. Ebenso wird oft die Überlegenheit miteinbezogen.
Ergänzend lässt sich zusammenfassen, dass Nationalismus vor der Französischen Revolution die Repräsentierung des Adels bzw. der hohen Schicht der gesamten Nation darstellt. Nach der Französischen Revolution wurde der Dritte Stand bzw. das Volk als Nation verstanden und die hohe Schicht wurde zum Feind erklärt. Darüber hinaus entstanden Gedanken wie die Abgrenzung zu anderen Nationen sowie die Überlegenheit gegenüber dieser.
