Deutschlands Isolation
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Die Isolation Deutschlands bezeichnet die Zeit unmittelbar nach dem Beginn der Aufrüstung. Hitler wollte die hinderlichen Fesseln, die einer möglichst schnellen Aufrüstung im Wege standen abstreifen. Zur Absicherung stütze sich die deutsche Außenpolitik jedoch auf bilaterale Verträge mit einzelnen anderen Mächten, die für Deutschland eine Bedrohung hätten darstellen können. Im Folgenden werden die einzelnen Punkte kurz erfasst.
- Am 14. Oktober 1933 erklärte Deutschland den Austritt aus dem Völkerbund, als Ausrede benutze Hitler seine militärische Ungleichberechtigung in Genf. Dort forderte er ultimativ die Gleichsetzung der Abrüstung in allen Ländern. Die Siegermächte lehnten diese Forderung jedoch ab. Infolgedessen löste sich Deutschland vom kollektivem Friedenserhaltungssystem und isolierte sich international.
- Im Januar 1934 wurde aus den Gründen der Ereignisse vom 14. Oktober 1933 ein "Nichtangriffs- und Freundschaftspakt mit Polen" beschlossen. Dies widersprach zunächst der bis dahin geführten deutschen Revisionspolitik, erklärt sich jedoch daraus, das es Hitler gelang in das französische Sicherheitssystem einzudringen und eine Störung in der osteuropäischen Defensivallianz zwischen Frankreich, Polen, der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien (kleine Entente) hervorzurufen. Denn mit diesem Pakt konnte Polen dem kommenden Druck des NS-Regimes frühzeitig entgegenkommen. Desweiteren gab Hitler die auch die an Rapallo (1922) orientierte deutsche Verständigungspolitik mit der Sowjetunion preis, die auf dem gemeinsamen gegensatz gegenüber Polen beruht hatte.
Nach den Aktionen des NS-Regiemes folgte bereits nach kurzer Zeit die europäische Reaktion:
- Frankreich verstärkte die kleine Entente durch einen ständigen Rat, der künftig die Ereignisse betrachten sollte.
- Frankreich gründete desweiteren im Februar 1934 zusammen mit der Türkei, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien die Balkan-Entente.
- Estland, Litauen sowie Lettland verbünden sich zur Baltischen Entente.
- Im September 1934 tritt die Sowjetunion dem Völkerbund bei. Die 1935 abgeschlossenen Beistandsabkommen mit Frankreich und der CSR sind zusätzlich Zeugnis der ner neuen politischen Orientierung nach Westen.
- 1934 versuchten österreichische Nationalsozialisten, mit Deutscher Unterstützung einen Umsturzversuch, der in de Ermordung des Kanzlers "Dollfuß" endete. Das eigentliche Ziel Hitlers war die Angliederung Österreichs an Deutschland. Hitler distanzierte sich jedoch von dem Attentat und wies jegliche Beteiligung von sich.
- Im Februar 1935 entschieden sich 90% der Saarländer bei einer Volksabstimmung, für die Angliederung an Deutschland und folgten damit der NS Parole "Heim ins Reich". Das durch den Versailler Vertrag zur Neutralität gezwungene Saarland hatte zwar die Möglichkeit sich an Frankreich anzugliedern, wählte jedoch lieber die Angliederung an Deutschland. Die Nationalsozialisten feierten dies als ihren Sieg.
- Im März 1935 brach Hitler den Friedensvertrag von Versailles indem er -auch durch die Bestärkung der nationalsozialistischen Hochstimmung- die allgemeine Wehrpflicht wiederein führte und den Startschuss zum Ausbau der Luftwaffe erteilte.
- In der Konferenz von Stresa am 16. April 1935 erklärten Frankreich, Großbritannien und Italien dass sie künftig weiteren Vertragsverletzungen der Deutschen entgegenwirken werden. Gezielte Maßnahmen ergriffen sie jedoch nicht.
Ungünstiger weise war Deutschland nun, anders als in der Weimarer Republik von Europa weitgehend isoliert.
