Emser Depesche
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Die Emser Depesche war ein schriftlicher Bericht über die Verhandlungen zwischen König Wilhelm I. von Preußen und dem französischen Botschafter Vincent Benedetti in Bad Ems. Bismarcks Veröffentlichung einer redigierten Version der Emser Depesche diente Frankreich als Vorwand zur Erklärung des Deutsch-Französischen Krieges im Sommer 1870.
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Vorgeschichte
Nach dem Sturz von Königin Isabell II. von Spanien, war der Thron wieder frei für einen Nachfolger. Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen (1835-1905) war von Anfang an der öffentlich diskutierte Kandidat. Frankreich war mit dieser Lage nicht einverstanden. Sie setzten einen Brief mit folgendem Inhalt auf.
- La France ne tolérerait pas l’établissement du prince de Hohenzollern ni d’aucun prince prussien sur le trône espagnol. Pour empêcher cette éventualité, il [le gouvernement] comptait à la fois sur la sagesse du peuple allemand et sur l’amitié du peuple espagnol. S’il en était autrement, fort de votre appui et de celui de la Nation, nous saurions remplir notre devoir sans hésitation et sans faiblesse.
Zu deutsch:
- Frankreich würde nicht dulden, dass der Prinz von Hohenzollern oder sonst irgendein preußischer Prinz den spanischen Thron besteigt. Um diesen möglichen Fall zu verhindern, zählt die Regierung zugleich auf die Klugheit des deutschen Volkes und auf die Freundschaft des spanischen Volkes. Sollte es jedoch anders kommen, so wüssten wir kraft Ihrer (der Abgeordneten) Unterstützung und derjenigen der Nation ohne Zögern und ohne Schwäche unsere Pflicht zu tun.
Leopold zögerte, nahm die Thronfolgerschaft und somit den Thron von Spanien dann aber trotzdem an. Dies geschah zum missglück Frankreichs. Wie Bismarck berichtete. Frankreich greift ein und droht Preußen, wenn Leopold den Thron besteigen sollte. Leopold verzichtete darauf auf die Thronnachfolge.
Brief seiner Majestät
- Seine Majestät der König schreibt mir:
- „Graf Benedetti fing mich auf der Promenade ab, um auf zuletzt sehr zudringliche Art von mir zu verlangen, ich sollte ihn autorisiren, sofort zu telegraphiren, dass ich für alle Zukunft mich verpflichtete, niemals wieder meine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Candidatur zurückkämen.
- Ich wies ihn zuletzt, etwas ernst, zurück, da man à tout jamais dergleichen Engagements nicht nehmen dürfe noch könne.
- Natürlich sagte ich ihm, dass ich noch nichts erhalten hätte und da er über Paris und Madrid früher benachrichtigt sei als ich, er wohl einsähe, dass mein Gouvernement wiederum außer Spiel sei.”
- Seine Majestät hat seitdem ein Schreiben des Fürsten bekommen.
- Da Seine Majestät dem Grafen Benedetti gesagt, dass er Nachricht vom Fürsten erwarte, hat Allerhöchstderselbe, mit Rücksicht auf die obige Zumuthung, auf des Grafen Eulenburg und meinen Vortrag, beschlossen, den Grafen Benedetti nicht mehr zu empfangen, sondern ihm nur durch einen Adjutanten sagen zu lassen: dass Seine Majestät jetzt vom Fürsten die Bestätigung der Nachricht erhalten, die Benedetti aus Paris schon gehabt, und dem Botschafter nichts weiter zu sagen habe.
- Seine Majestät stellt Eurer Excellenz anheim, ob nicht die neue Forderung Benedettis und ihre Zurückweisung sogleich, sowohl unsern Gesandten, als in der Presse mitgeteilt werden sollte.
Bismarck's Überarbeitung für die Presse
- Nachdem die Nachrichten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohenzollern der Kaiserlich Französischen Regierung von der Königlich Spanischen amtlich mitgeteilt worden sind, hat der Französische Botschafter in Ems an S. Maj. den König noch die Forderung gestellt, ihn zu autorisieren, dass er nach Paris telegraphiere, dass S. Maj. der König sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur wieder zurückkommen sollten.
- Seine Maj. der König hat es darauf abgelehnt, den Franz. Botschafter nochmals zu empfangen, und demselben durch den Adjutanten vom Dienst sagen lassen, dass S. Majestät dem Botschafter nichts weiter mitzuteilen habe.
Quelle
- Otto von Bismarck, Die gesammelten Werke, Hg., Gerhard Ritter and Rudolf Stadelmann, Friedrichsruh Ausg., 15 Bde., Bd. 6b, Nr. 1612, S. 369, 371.
- German-History-Docs
