Figurenkonstellation von Don Karlos
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Die Figurenkonstellation im klassischen Drama "Don Karlos" ist sehr speziell und umfasst mehre Personen, die auf die Geschehnisse der Handlung unmittelbaren Einfluss ausüben.
Inhaltsverzeichnis |
Don Karlos:
- Einziger Sohn von Philipp / Schlechte Beziehung („Mein Vater hat mich kaum geliebt“ (S.6 Z.37) / fühlt sich vom Vater verstoßen (S.8 Z.111-112).
- Misstraut Domingo und Alba.
- Liebt seine Mutter (S.6 Z.1-3) (allerdings laut Gesetz unmoralisch).
- Sieht Posa als einzigen Freund (Vertrauen,Treue, Posa ist ihm standesgemäß untergeordnet) und sucht bei ihm Rat im ersten Akt.
- Karlos will nach Flandern (Menschenrechte verbreiten), aber Philipp lehnt ab → Vater-Sohn-Konflikt (Vater bleibt kühl auf die Gefühlsausbrüche).
- Entwicklung: Zunächst liebt er seine Mutter, aber im Verlauf des Buches erkennt er das die politischen Ideen wichtiger sind, als die Liebe zu seiner Mutter.
- Urteil über Marquis Posa (V.3): Karlos wundert sich, dass er sich für ihn aufopfert: Karlos fühlte sich zunächst betrogen durch Posas Durchsetzung (Karlos saß im Gefängnis und dachte Posa würde mit dem König zusammenarbeiten): Aber Posa erklärte ihm seine wahre Absicht und wurde von hinten erschossen: Karlos sieht ihn als starken Freund an und will seine Ideale weiterführen.
- Idealentwicklung: Zunächst ein Charakter des Sturm und Dranges (Gefühlsausbrüche): Durch den Einfluss von Elisabeth und Posa entwickelt sich Karlos zum Charakter der Klassik (Er kann allerdings diese Entwicklung nicht beweisen, da er verhaftet wurde)
Marquis Posa:
- Besitzt Ideale von Freiheit, Menschenrechte und Menschenwürde (Gegenteil von Philipp).
- Die anfängliche Trauer von Karlos kann Posa überwinden und bringt Karlos dazu, sich zum ersten mal gegen seinen Vater zu stellen (Frage wegen der Verlegung nach Flandern).
- Versucht das Vertrauen vom König Philipp ausnutzen, damit er seine politischen Ziele durchsetzen kann: Posa will kein Fürstendiener sein und nutzt das Vertrauen aus: König soll eine aufgeklärte Monarchie bilden sowie Gedankenfreiheit erlauben (Sapere Aude -> "Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes (...) zu bedienen" (Immanuel Kant) → Der König ist der Idee nicht abgeneigt, allerdings erkennt er die Gefahr (Inquisition) → Widerspruch: Posa ist somit ein „Fürstendiener“.
- Eigene Einschätzung seines Handelns: Er kämpft für die Freiheit und Menschheit → Vision von neuer Gesellschaftsform; er bezahlt mit seinem Leben für dieses Ideal (Selbstopferung) aber er nutzte Karlos für seine Ideale aus. Er erkennt seine Fehler gegenüber Karlos ein, aber nicht gegenüber Philipp: Posa ist der Rebellionscharakter.
- Idealentwicklung: Er ist mit seinen politischen Ideen ein Charakter der Klassik, aber er benutzt seinen Freund Karlos und hintergeht Philipp (Widerspricht somit dem Klassik-Ideal)
König Phillip II.
- Die Ehe zwischen ihm und Elisabeth wurde aus politischen Gründen geschlossen: Seine Härte und sein Ehebruch lassen Elisabeth an Liebe zweifeln.
- Er vertraut Marquis Posa: Denn die königlichen Gehilfen hören nur das, was er hören will: denkt Posa verlangt nichts für seine Taten und somit sucht er eine neutrale Person → Marquis Posa will den König manipulieren, damit er seine politischen Ziele durchsetzen kann.
- Urteil über Marquis Posa: Er ist wütend über Posa, da er seinen einzigen Vertrauten verliert → er will sich an die Menschheit rächen: er will sich auch an Karlos rächen. Er sah Posa als „nie gehabten Sohn“ : Hatte eine sehr emotionale Bindung zu Posa. Ihm ist klar das Posa für seine politischen Ideen gestorben ist.
Elisabeth
- Zunächst lehnt sie Karlos Liebe ab; später ist sie für die Liebe bereit. Diese Wandelung lässt sich auf die Enttäuschung über das mangelnde Vertrauen Philips zurückführen: Diese Liebe stürzt Karlos und (eventuell) sie ins Verderben.
- Sie spricht nicht von Liebe, als es um ihre Beziehung zu Philipp ging.
- Urteil über Marquis Posa (IV.2.1): Das Handeln von Posa dient nur seiner Bewunderung und Stolzes, sie ist enttäuscht von Posa, weil er die Liebe von Karlos & Elisabeth ausgenutzt hat um seine Ziele zu erreichen.
- Idealentwicklung: Ihre politischen Ideale sind Ideen der Klassik, aber sie hintergeht ihren Ehemann und liebt die unmoralische Liebe zu Don Karlos.
Großinquisitor
- Steht über dem König: Er hat Philipp II. Gewählt und nicht umgekehrt.
- Einheitliche Glaubenshaltung: „Karlos denkt anders“ → Tod.
- Reinerhaltung des Glaubens.
- Großinquisitor ist der oberste Richter.
Alba,Domingo
- Nutzen König Philipp aus.
- Misstrauen gegen über Elisabeth.
- Politische Rivalen zu Don Karlos.
- Sie gründen ein Bündnis mit Prinzessin Eboli gegen Don Karlos.
- Ideologische Gegensätze zu Marquis Posa.
Prinzessin Eboli
- Sie liebt Don Karlos, aber er erwidert diese Liebe nicht (unerfüllte Liebe)
- Sie misstraut Marquis Posa
- Sie ist eifersüchtig auf Elisabeth, weil Karlos Elisabeth liebt und nicht sie. Sie rächt sich an sie, in dem sie an der Intrige von Alba und Domingo mitwirkt.
- Sie ist die sexuelle Begierde von König Philipp
Friedrich Schiller über Marquis Posa
Marquis Posa wirkt durch sein Handeln unedel: er besaß gute Ideale, allerdings benutzte er die falschen Hilfsmittel (Intrigen)
