Hauptmotive von Effi Briest

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Das Hauptmotiv der Handlung in Effi Briest ist die Kritik an der Erziehung des jungen Mädchens Effi.

Im folgenden findet ihr jedoch ach noch die individuellen Motive.

Inhaltsverzeichnis

Kritik an der Erziehung der Bismarck-Ära von Mädchen

  • Frauen wurden im 19.Jahrhundert nicht auf das Leben vorbereitet → Erziehung wurde nur durchgeführt, damit die Mädchen einen Ehemann finden um eine gesicherte Zukunft zu haben (Materielle Sorgen der Eltern)
  • Allerdings bleiben die Mädchen weiterhin „kleine Kinder“, da sie nicht auf das Leben vorbereitet wurden.
  • Dies endet in dem Kreislauf:
  • Fehlerhafte Erziehung → Hochzeit aus materiellen Gründen → Langeweile; Kommunikationsstörungen → Weitergabe der fehlerhaften Erziehung
  • Durch die fehlerhafte Erziehung wurde die Angst vor eigenen Entscheidungen gestärkt (Effi hätte die Hochzeit mit Innstetten verneinen können; allerdings hatte sie Angst davor)
  • Des weiteren werden die eigenen Interessen nicht gefördert (Effi hat eine Neigung zur Gefahr, allerdings hat Innstetten nicht solche Interessen)
  • Sexualität wird nicht zwischen der Mutter und Tochter besprochen → Spätere fehlende sexuelle Harmonie der Tochter (Keine Sinnlichkeit in der Beziehung wie bei Effi) → Die Sprachlosigkeit setzt sich in der Familie durch (Über Sexualität wird nicht gesprochen → Sexualität sei kein Thema für Frauen)

Kritik am Ehrenkodex in Form des Duellismus der Bismarck-Ära

  • Das Duell zwischen Innstetten und Crampas ist kritisch, da eine Freundschaft beide verbindet und diese somit durch das Duell aufgelöst wird.
  • Des weiteren löst das Duell selber das Problem nicht, sondern tötet nur den Gegenspieler, welcher die Gesellschaft formt (Wer überlebt hat Recht) (Duell schürt den Hass und verstärkt die Gewalt (S.264))
  • Die Briefe hat Innstetten erst nach Jahren gefunden und statt Effi zur Rede zu stellen und zu diskutieren, muss Innstetten seine gesellschaftliche Ehre wiederherstellen, in dem er Crampas tötet → Duell verschlimmert die Situation (Effi wird von allen Seiten verspottet; Innstetten hat seinen Freund und seine Frau verloren, weil die Gesellschaft dies forderte) (Verjährungstheorie (S. 262))
  • Innstetten liebt Effi trotz des Betruges, statt ihr zu Verzeihen, zerstört er das Glück (S. 264)

Der Chinesenspuk

  • Der Chinesenspuk wurde von Innstetten inszeniert um Effi durch ihre Angst zu kontrollieren.
  • Allerdings soll der Spuk auch ihre Beschäftigung fördern → Effi hat Angst, wenn Innstetten weg ist. Wenn er wieder da ist, fühlt sie sich Sicher → Treue zu Innstetten wird gestärt.
  • Nachdem Crampas auftaucht und den Chinesenspuk hinterfragt, verliert Effi ihre Angst → Sie entwickelt Gefühle der Wut und ist bereit untreu zu werden (Das gegenteilige tritt somit ein, was Innstetten wollte).
  • Der Chinese ist ein Symbol dafür, das Ängste einen einholen → Johanna hat ein Bild vom Chinese mit nach Berlin mitgenommen → Effi dachte, dass wenn sie von Kessin wegzieht in Sicherheit gerät, allerdings „reist“ der Chinese durch Johanna mit

Effi komm!

  • Dieser Satz hat eine Doppelte Bedeutung:
  • Sexuelle Bedeutung
  • Befehl den Ort zu wechseln
    • Rettung Effis durch die Zwillinge (Effi sollte entscheiden, ob sie Innstetten nun heiratet oder nicht → Die Zwillinge befreiten sie aus dieser Lage)
    • Am Ende holt Herr Briest Effi mit diesen Worten wieder nach Hohen-Cremmen

Gesellschaftskritik gegenüber der Tradition

  • Das Individuum wird zurückgedrängt und kann sich nicht frei entfalten → Effi konnte sich bei Innstetten auch nicht entfalten und musst ihre Interessen zurückstellen
  • Menschlichkeit tritt zurück → Duell als Problemlöser
  • Frauen dürfen sich nicht entfalten → Der Treuebruch wird bestraft → Treuebruch bei Männern wird akzeptiert

Schuldfrage

  • Die Schuldfrage lässt sich nicht eindeutig klären, da alle Figuren besondere Bedingungen aufweisen
  • Herr Briest: Er weist die Schuld von sich („ein zu weites Feld“) und ihm ist gleichgültig wer nun Schuld sei. Seine strenge Moralvorstellungen der Bismarck-Ära lassen die Schuld auf Effi schieben (Sie hat die Affäre mit Crampas durchgeführt) → Deswegen wollte er zunächst Effi nicht mehr in Hohen-Cremmen sehen.
  • Frau von Briest: Ihre Erziehung formten Effi so, dass sie keine Entscheidungsfreiheiten hatte. Ihre Moralvorstellungen verboten es, Effi über Sexualität aufzuklären, daher fehlte Effi später die Harmonie im Leben und forderte daher die Affäre. Frau von Briest macht sich im letzten Kapitel Sorgen, ob sie nicht Fehler in ihrer Erziehung begannen hat, allerdings sagt Herr Briest, dass es „ein zu weites Feld“ sei.
  • Effi Briest: Sie hätte den Eheschluss zu Innstetten ablehnen können, des weiteren war sie bereit eine Affäre mit Crampas zu begehen. Ihre Leichtsinnigkeit wurde zu ihrem Verhängnis, denn sie hätte die Briefe von Crampas vernichten sollen. Effi gesteht sich ihre Schuld ein (S.212) und erkennt das sie einen großen Teil der Schuld trägt (S. 212), allerdings sah sie in der Affäre so etwas wie eine Auflehnung gegen Innstetten (S.302). Die Affäre zu Crampas sah sie als Folge der fehlenden Harmonie von Innstetten.
  • Crampas: Er nutzte die Unwissenheit und das kindliche Verhalten von Effi aus (Sie hatte keine Erfahrungen → fehlerhafte Erziehung). Des weiteren schaffte er die günstigen Bedingungen für eine Affäre (Somit profitierte er selber auch von der Affäre). Zuletzt hinterging er seinen Freund.
  • Innstetten: Sein mangelndes Interesse an Effi führte sie zur Einsamkeit. Des weiteren benutzt der Lügen (Chinesenspuk) um sie kontrollieren zu können. Er dachte nur an seine Karriere statt an Effi. Seine Ideale in Tradition und Ehre kollidierten mit den Lustidealen von Effi.
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