Hitlers Außenpolitik
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Nach der Sicherung der Herrschaft von Hitler, konnte er sich auf die Außenpolitik konzentrieren.
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Täuschung und Lügen 1933-1936 (Revidierung des Versailler Vertrages)
Hitlers Außenpolitik war in dieser Zeit von Täuschung und Lügen geprägt, denn vor der Öffentlichkeit schien es so, dass Hitler Frieden will und andere Nationen respektiert. Aber seine wahren Absichten erfuhren zunächst nur seine engsten Berater sowie die militärische Führung.
Vergleich von Liebmann-Aufzeichnung und Friedensrede
Bei der Liebmann-Aufzeichnung vom 03.02.1933 erklärte Hitler seine wahre Absicht vor der Führung der Reichswehr:
Ziele:
- Revision des Versailler Vertrages
- Wiedergewinnung der politischen Macht durch Aufrüstung usw.
- Lebensraumgewinnung im Osten (Polen)
- Rücksichtslose Germanisierung: Erobertes Gebiet soll von Deutschen bewohnt werden und alte Bewohner sollen vertrieben werden.
Mittel, die zur Erreichung, helfen sollen:
- Ausschaltung von Marxismus und Pazifismus
- Volk muss wehrsam sein sowie auf Krieg gestimmt sein (Siehe auch Ideologie Hitlers und der Nationalsozialisten)
- Gleichberichtigung bei der Rüstung
- Bündnispartner, die Hitler im Krieg unterstützen
Die Friedensrede vom 17.05.1933 ist eine Täuschung des Volkes, da er seine wahren Absichten nicht verrät sondern diese umdreht, so das er als Friedensstifter gilt:
- Respektierung von anderen Nationen sowie Nachbarländer
- Krieg bringt mehr Opfer als Nutzen
- Germanisierung sei ein Fremdwort für ihn
- Wirtschaftliche und Politische Aufgaben sollen gemeinsam mit anderen europäischen Staaten erledigt werden
- Das Deutsche Volk wolle kein Krieg; aber wenn andere Nationen aggressiv vorgehen sollten, darf sich Deutschland verteidigen
Austritt aus dem Völkerbund
Da Deutschland keine Gleichberechtigung in Rüstungsfragen zugesichert werden kann, tritt Deutschland am 14.10.1933 aus dem Völkerbund aus. Der Austritt wird kalkuliert und durchgezogen um aus dem Völkerbund frei zukommen. Dies verläuft unter dem Deckmantel des Friedenswillens und mit der Begründung nach dem Wunsch nach Gleichberechtigung in Rüstungsfragen. Somit hatte Hitler die volle Freiheit aufzurüsten, ohne das andere Nationen ihn behinderten.
Nichtangriffspakt mit Polen
Am 26.01.1934 wurde der Nichtangriffspakt mit Polen unterzeichnet:
Täuschung:
- Der Nichtangriffspakt sei eine gute Grundlage für Frieden, Kompromisse und Lösungen ohne Gewalt
- Vertrag soll 10 Jahre halten
- Steht für die guten Nachbarliche Verhältnisse
Wahre Absicht:
- Sicherung der Östlichen Flanke für Hitler (Polen greift nicht an)
- Hitler kann Polen unerwartet angreifen
- Hitler demonstriert erneut seinen Friedenswillen
Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht
Am 16.03.1935 wurde das Gesetz, welches die allgemeine Wehrpflicht wieder einführt sowie die Erhöhung der Stärke des Heeres, erlassen.
Die Britische Regierung fühlte sich genötigt von Deutschland, da sie Deutschland auf den Vertragsbruch hinweisen, mussten. Zusätzlich sehen sie den Frieden in Europa gefährdet. Die Französische Regierung sah in dem Gesetz einen schweren Verstoß gegen den Versailler Vertrag. Außerdem drohten sie Hitler anzugreifen. Allerdings haben die europäischen Großmächte sich nicht weiter gekümmert, weil sie selber wirtschaftliche Probleme im Inneren hatten (Weltwirtschaftskrise) und die britische Regierung sah den Versailler Vertrag als zu streng und hätten ihn eh gelockert.
Deutsch-Englisches Flottenabkommen
Am 18.06.1935 wurde das Deutsch-Englische Flottenabkommen geschaffen:
Bestimmungen:
- England durfte im Verhältnis von 100 zu 35 Kriegsschiffe zu Deutschland besitzen
- Endgültiger Vertrag
- Erleichterung über Seerüstungsbegrenzung zwischen allen Seemächten
Ziele der Deutschen Regierung:
- Freundschaftliche Einigung mit England zum Vorteil Englands (England wünschte sich die stärkste Seestreitmacht)
- Deutschland kommt England entgegen, um im Falle eines Krieges Feindseligkeiten zu vermeiden: Absicherung im Krieg
Rheinlandbesetzung
Hitler brach den Vertrag von Locarno (1925), welcher die Entmilitarisierung vom Rheinland erreichte, als er am 07.03.1936 die Wehrmacht in die linksrheinische Gebiete einmaschieren ließ. Hitler rechtfertige diese Massnahme, damit dass er die Grenzen sichern und verteidigen wollte und dies sei das gute Recht Deutschlands. Dafür bot er neue Vereinbarungen damit er Frieden in Europa erhalten bleibt:
- Beidseitige Entmilitarisierte Zonen von Deutschland - Frankreich, Belgien (da die Allierten nicht darauf eingingen, erklärte Hitler, dass er ja Frieden wolle, aber Frankreich und Belgien ihre aggressive Politik betreiben und daher darf sich Deutschland verteidigen)
- Nichtangriffspäkte zwischen Westen und Osten
- Wiedereintritt Deutschlands in den Völkerbund
Mit diesem Vorschlag zeigte Hitler wieder seine angebliche Kooperation für den Frieden, allerdings hält sich Hitler sowieso nicht an Verträge (Versailler Vertrag, Vertrag von Locarno) und damit ist dieser Friedensvorschlag wieder eine Täuschung. Er nutzte das Ablehnen zur Entmilitarisierung der französischen Grenzen aus, indem er behauptete, dass er bereit für den Frieden sei, aber die Französische Regierung aggressiv vorgehen würde und daher müsse sich Deutschland verteidigen.
Aggressive Außenpolitik Hitlers 1936-1939
Bis 1936 war Hitlers Außenpolitik von Erpressung, Täuschung und Einforderung von Gleichberichtigung geprägt. Er änderte seine Politik radikal, indem er aggressives Durchsetzen als Mittel seiner Ziele sah.
Annexion von Österreich
Am 12.03.1938 schloss sich Österreich an Deutschland an, nachdem Hitler die Regierung von Österreich unter Druck gesetzt hat. Hitler hatte mehrere Ursachen, dass er Österreich annektiert hat:
- Strategische Ziele: Halbe Einkreisung der CSR durch den Anschluss
- Schritt auf dem Weg zum Großdeutschen Reich -> Zusammenfassung aller Deutschstämmigen Regionen
- Wirtschaftliche Gründe: Hohe Gold-und-Devisenreserven von Österreich
- Propagandistische Gründe: Österreich als "Heimat" von Hitler; Volk begrüßte die Annektierung: Selbstbestimmungsrechtswahl, welche allerdings unter der Kontrolle der Nazis stand (SS-Leute standen vor den Wahllokalen usw.)
Annexion der Tschechoslowakischen Republik (CSR)
Hintergrund:
- 29.11.1918: Das Sudetenland (damals ein Teil Österreich) wurde auf Bestimmung der Siegermächte ein Teil der CSR. Die Regierung von Prag versprach eine gute Behandlung der Deutschen des Sudetenland; allerdings war das Gegenteil der Fall
- Anfang der 30er Jahre bildeten sich deutsche Widerstandsgruppen in der CSR; diese Widerstände wurden als staatsfeindlich erklärt
Vorgehen von Hitler in der Sudetenkrise:
- Forderungen an die tschechische Regierung stellen, die nicht erfüllt werden können
- Hitler verbreitete Halbwahrheiten über Ausschreitungen gegen die deutsche Minderheit in der CSR
- Hitler betonte seinen "Friedenswillen"
- Drohung: 7 Mio. Tschechen gegen 75 Mio. Deutsche
- Tschechische Regierung sei Schuld für den Krieg bzw. Gefährdung des Friedens
- Hitler versicherte, dass die Besetzung seine letzte Forderung sei
Am 29.09.1938 wurde das Münchner Abkommen erlassen: Hitler, Mussolini (Italien), Chamberlain (England) und Daladier (Frankreich) verhandelten über die Sudetendeutsch Gebiete: Diese wurden Deutschland zugesprochen. Die Konferenz fand ohne einen tschechischen Minister statt und war somit nicht völkerrechtlich. Dieses Abkommen verhinderte zwar den Krieg, aber nicht Hitlers Ziel.
England steuerte ihre Appeasement-Politik (Demokratische Verhandlungen, Neuordnung des Versailler Vertrages usw.) an:
- Bewahrung des Friedens ("Peace for our time")
- Zeitgewinn für notwendige Aufrüstung der Briten und Franzosen
- Hoffnung, dass Hitler keine weiteren Forderungen mehr stellt
In Hitlers Augen hatte die CSR kein Recht auf Existenz:
- da die CSR ein junger Staat sei
- "Künstliches Gebilde"
und daher besetzte er 15/16.03.1939 die CSR mit der Rechtfertigung des Friedenswillens, welche allerdings nur die Deutschen glaubten.
Hitler-Stalin-Pakt
Am 23.08.1939 wurde der Hitler-Stalin-Pakt zwischen Deutschland und der Sowjet Union erlassen.
Bestimmungen:
- Beide Partner versichern sich nicht gegenseitig zu bekämpfen
- Kontakt zwischen beiden Vertragspartnern
- Keine feindliche Allianzen gegeneinander (Widerspruch zu Antikominternpakt von Deutschland!)
- 10 Jahre Laufzeit
- Vertrag tritt sofort in Kraft
Geheimprotokoll, welches nicht öffentlich gemacht wurde:
- Aufteilung und Trennung der polnischen Gebiete (Widerspruch zum Nichtangriffspakt mit Polen)
- Aufteilung des Baltikums
- Geheimprotokoll soll streng behandelt werden
Dieser Pakt war eine Weltsensation, weil die Staatsideologien der beiden Partner gegensätzlich sind: Hitler bekämpft öffentlich Marxisten.
Der Pakt hatte auch einige Vorteile für beide Partner:
Vorteile für Deutschland:
- Wirtschaftliche Vorteile: Getreide aus Russland: Deutsche hungerten im ersten Weltkrieg und diesmal wollte Hitler die Nahrung absichern; Öl von Rumänien
- Polen wurde als Lebensraum eingeteilt
- Kein vorzeitiger Krieg mit der Sowjet Union (Östliche Flanke war abgesichert)
Vorteile für die Sowjet Union:
- Stahl aus dem Deutschen Reich für die Aufrüstung der Sowjet Union
- Stalin verschaffte sich Zeit zum aufrüsten
- Ehemalige russische Gebiete wurden Russland zugeteilt
- Kein antisowjetischer Pakt mit den Westmächten
Sonstiges
- 25.11.1936 Antikominternpakt mit Spanien, Italien und Japan (Allianz gegen die Sowjet Union bzw. Kommunismus allgemein)
- 22.05.1939 Stahlpakt mit Italien (Versicherung sich gegenseitig im Kriegsfall zu unterstützen)
