Inhaltsangabe von Effi Briest

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Der Roman Effi Briest von Theodor Fontane ist ein ganz besonderer Roman, im folgenden findet ihr zunächst die besonderheiten des Romans und danach die die Inhaltsangabe.

Inhaltsverzeichnis

Besonderheiten des Romans

  • Erscheinungsjahr: 1896
  • Epoche: Poetischer Realismus
  • Hintergrund: Roman spielt zur Zeit der Bismarck-Ära (Strenge Regeln, Harte Bestrafungen, Ehre)
  • Der erste Satz deutet bereits die Handlung des Buches an:
  • Das Drama hat eine geschlossene Form: Es fängt in Hohen-Cremmen an und endet in Hohen-Cremmen; Dazwischen spielt die Rahmenhandlung!
  • Kontrast/Gemeinsamkeiten vom Anfang und Ende:
    • Beginn des Dramas:
      • Sommer; Lichtspielereien zwischen Sonnenschein und Schatten (Vorausdeutung auf das Ende) → Diese Symbolik zeigt die zwei Seiten des Lebens (Positiv und Negativ)
      • Sonnenschein wirft Licht auf eine freie Fläche
      • Die Kinderschaukel deutet noch auf die kindliche Verfassung von Effi an
      • Die Mutter stellt die Erziehung von Effi in Frage
    • Ende des Dramas:
      • Herbst; Laub der Verfall vom Schönen (Deutung auf Effis Verfassung)
      • Sonnenschein wirft Licht auf das Grab von Effi.
      • Die Sonnenuhr steht nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz; stattdessen ist dort ein Grab zu finden (Symbol: Tod, Zerfall)
      • Schuldfrage: Die Mutter stellt ihre Erziehung in Frage mit Hinblick ob sie nicht Schuld an dem Verlauf sei
      • Keine aristotelische Dramenform: Das Drama ist in vielen Kapiteln unterteilt

Inhaltsangabe

Kapitel 1 (Mögliche Exposition) – Kindheit und Jugend

  • Effi Briest lebt zunächst ihre unberührte Kindheit und Jugend aus:
  • Sie ist lebendig; sorglos; unbefangen; besitzt eine Leidenschaft für schaukeln und klettern; Lebenslust
  • Sie hat Lust an der Gefahr (Stichwort: Philobat → Lust am Extremen) → Vorausdeutung auf Affäre; „Tochter der Luft“ (S.6)
  • Symbole: Schaukel (Kindheit); Lichtspielereien (Vorausdeutung auf das Ende)

Kapitel 2-5 (Mögliche Exposition) – Verlobung, Hochzeit, Flitterwochen

  • Die 17 jährige Effi Briest wird mit dem 38 Jährigen Baron von Innstetten, früherer Verehrer ihrer Mutter, verheiratet.
  • Nach der Hochzeit führen sie eine Hochzeitsreise durch Italien durch; diese mündet dann in Kessin, wo Effi ihr neues Zuhause findet
  • Sie verliert langsam das Interesse an das Kindsein
  • Sie beginnt langsam nervös („nervöses Zittern (S.14)) zu werden. Durch ihre Phantasiereien erstellt sie einen kindlichen Fluchtplan („Schlafzimmerbeschreibung (S.26 f.)
  • Allerdings hat sie auch Angst, Heimweh und fühlt sich überanstrengt → Diese Gefühle werden in den Hochzeitsbriefen, welche die Mutter erhält deutlich → Langsame anfängliche negative Entwicklung Effis
  • Sie nimmt die Verlobung nicht ernst und erkennt, dass es sich um eine Vernunftliebe ohne Gefühle handelt

Kapitel 6-13 (Mögliche Steigende Handlung) – Leben in Kessin

  • Angekommen in Kessin versucht Effi sich dort einzuleben, allerdings wird sie nicht glücklich. Des weiteren plagt im Haus ein unheimlicher Chinesenspuk, welcher Effi weitere Angst bereitet → Die einzige Hausdienerin Johanna bekräftigt ihre Angst
  • Effi leidet unter Innstettens Verhalten → sie langweilt sich und wird deprimiert → Sie lebt in Einsamkeit, da Innstetten oft im Dienste verreist
  • Sie verspürt allerdings auch Angstgefühle, da sie in der ersten Nacht ohne Innstetten ein „Geist von einem Chinesen“ belästigt
  • Des weiteren ist sie mit den gesellschaftlichen Bedingungen überfordert → Als ihr die Adelsfamilien vorgestellt wurden („Ach ich tauge doch gar nicht... (S. 70))
  • Sie schließt nur mit dem Apotheker Gieshübler Freundschaft, welcher ihr Halt gibt und speziell ausgewählte Zeitschriften um die Langeweile zu überbrücken

Kapitel 14 (Mögliche Steigende Handlung) – Annies Geburt und Taufe

  • 9 Monate nach der Hochzeit bringt sie ihre Tochter Annie zur Welt und sie trifft in einem Spaziergang das katholische Hausmädchen Roswitha, welches sie als Kindermädchen einstellt.
  • Ihre Angstgefühle vermindern sich („Ich fürchte mich nicht mehr..“ (S. 115)), des weiteren hat sie nun jemanden mit dem sie reden kann → sie baut auch mehr Abstand zur Ehe auf
  • Sie wertet sich selbst auf und hat nun mehr Selbstbewusstsein

Kapitel 15-22 (Mögliche Peripetie) – Affäre mit Crampas

  • Major von Crampas, ein Freund von Innstetten, taucht in Kessin auf: Er ist emotionaler und lebendiger als Innstetten. Zunächst widersteht Effi Crampas, aber es kommt dennoch zur Affäre
  • Crampas ermuntert Effi Briest zur Abwechslung und Leichtsinn auf (Verbindung zum ersten Kapitel lässt sich erkennen – Philobat)
  • Crampas stillt ihren Hunger nach Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit und Emotionalität („Frisches war es, wonach...“ (S.145)
  • Effi reift langsam und wird erwachsen → sie findet ihre Sexualität
  • sie leidet unter der Heimlichkeit und Lügen („Sie fürchtete sich..“(S. 164))

Kapitel 23-26 (Mögliches retardierendes Moment) – Berliner Jahre

  • Innstetten wird nach Berlin gerufen um dort im Ministerium zu arbeiten. Effi empfindet das Leben in der Großstadt im Vergleich zum ländlichen Kessin als Befreiung
  • Sie empfindet Schuldgefühle und hat Angst vor der Entdeckung der Affäre („und ich habe Schuld...“(S. 222)
  • Allerdings lebt Effi Briest wieder auf und fühlt sich so, als wenn sie ein neues Leben beginnen würde

Kapitel 27-33 (Mögliches retardierendes Moment / Mögliche Katastrophe) – Entdeckung der Briefe; Leben allein; Begegnung mit Annie

  • Nach sechs Jahren entdeckt Innstetten die Briefe zwischen Crampas und Effi Briest, während Effi in einer Kur ihre Krankheit auskuriert. Innstetten fühlt sich in seiner Ehre gekränkt und fordert Crampas zum Duell auf, dabei stirbt Crampas. Innstetten verlässt Effi Briest und nimmt die Tochter Annie mit zu sich.
  • Effi Briest erhält einen Brief ihrer Eltern, das sie aufgrund der gesellschaftlicher Bedingungen nicht mehr nach Hohen-Cremmen zurückkehren kann
  • Sie zieht in eine kleine Wohnung in Berlin und lebt dort einsam mit ihrer Haushälterin Roswitha
  • Nach einem Besuch von ihrer Tochter Annie, erleidet Effi einen Zusammenbruch (Ohnmachtsanfall (S. 258)
  • Effi verspürt Wut und Verzweiflung (Weinen (S.260) / „... Auflehnung gegen Innstetten“ (S. 274))
  • Sie entwickelt Hass auf die bürgerlichen Gesellschaftsstrukturen („Mich ekelt..“ (S. 280))
  • Symbole: Kirchturm (Glauben) → Schwindender Glauben Effis

Kapitel 34-36 (Mögliche Katastrophe) – Zurück in Hohen-Cremmen

  • Ihre Eltern nehmen Effi auf Anraten eines Arztes wieder auf → Ihr gesundheitlicher Zustand verbesserte sich ein wenig → Allerdings kamen alte Gefühle wieder hoch und sie kann die Entwicklung/Erziehung ihrer Tochter nicht nachvollziehen (Strenge Erziehung durch Innstetten). Sie stirbt mit 29 Jahren
  • Effis Eltern diskutieren am Ende die mögliche Schuldfrage → Ihre Mutter hinterfragt ihre Erziehung und denkt an ihre Schuld, allerdings sagt der Vater, dass dies nur Spekulationen seien und nicht der Wahrheit entsprechen („Ach, Luise, lass … das ist ein zu weites Feld“)
  • Effi resigniert („... dass er in allem recht gehandelt“ (S.300))
  • Depressionen und Herzschmerz bringen Effi um → Lebenslust schwindet dahin (Krasser Kontrast zum ersten Kapitel: Lebenslust (1. Kapitel) ↔ Depression (Letztes Kapitel) → Besonderheit des Dramas: Erster Satz und letztes Kapitel schließen das Drama ab)
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