Novemberrevolution
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Nach der Niederlage des Ersten Weltkrieges erstärkten politische Gruppen, welche sich für einen Umbruch in Deutschland einsetzten. Nun sollte das Ziel Freiheit und Einheit erreicht werden.
Inhaltsverzeichnis |
Verlauf der Novemberrevolution
- Am 29.09.1918: forderte die Oberste Heeresleitung (OHL) die politische Führung zu einem sofortigen Waffenstillstand
- 28.10.1918: Durch eine Reform des Reichkanzlers Max von Baden wird das Reich parlamentarisiert
- 03.11.1918: Beginn der Novemberrevolution: Meuterei von Matrosen sowie Bildung von Arbeiter-und-Soldatenräten
- 09.11.1918: Max von Baden gibt die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. bekannt: F.Ebert (SPD) erhält die Kanzlerschaft sowie die Mitarbeit mit der militärischen Armee. P.Scheidemann (SPD) ruft die parlamentarische deutsche Republik aus. Zur gleichen Zeit rurft Karl Liebknecht (Spartakusbund) die sozialistische Republik aus.
- 11.11.1918: Waffenstillstand zwischen den Allierten und Deutschen
- 16-20.12.1918: Beschluss für Wahlen für eine Nationalversammlung
- 5-11.01.1919: Spartakusaufstand in Berlin: Das Militär schlägt auf den Auftrag der SPD den Aufstand blutig nieder.
- 19.01.1919: Nationalversammlung: Die SPD gewinnt und Deutschland wird eine parlamentarische Demokratie
- 11.02.1919: Ebert wird zum Reichspräsidenten gewählt.
- 28.06.1919: Nach Protesten wird der Versailler Vertrag unterzeichnet.
Hintergrundinformationen
Neben dem Ablauf der Revolution ist auch Hintergrundwissen über die Parteien sowie Ansichten der Parteien wichtig.
Spaltung der Arbeiterpartei
Aus der SPD, welche am 1869 gegründet wurde, spalteten sich zwei Splitterparteien ab: Die MSPD (Mehrheitspartei) und die USPD (Spartakusbund).
Haltung der Parteien vor der Revolution
Politische Ziele der MSPD:
- Hauptziel:
- Errichtung einer Demokratie sowie Sozialismus im Deutschen Reich, welche allerdings auf antirevolutionären Weg durchgesetzt werden soll.
- Legt Wert auf Reformen: Revolution sei "russischer Zustand" / Vermeidung von Chaos
- Wirtschaftliche Ziele:
- Sicherstellung von Ernährung der Bevölkerung
- Umstellung auf Friedenswirtschaft
- Politische Ziele:
- Verantwortliche des ersten Weltkrieges zur Rechenschaft ziehen
- Demokratische Freiheiten sichern
- Beendigung des Krieges
Forderung nach parlamentarischen Demokratie (Nationalversammlung), welche durch das Volk bzw. durch die Wahl des Parlaments legitimiert wird. Das Parlament sollte die Vertretung des Volkes darstellen. (Ähnliches Modell der heutigen Demokratie).
Politische Ziele des Spartakusbundes:
- Hauptziel:
- Sozialistische Revolution
- Beginn der "Weltrevolution"
- Politische Ziele:
- Sturz der Bourgeoisie
- Krieg soll beendet werden
- Massenstreik der Arbeiter und Soldaten sollen Revolution beginnen
Forderung nach Rätesystem nach russischem Vorbild, welche durch Arbeiter und Soldaten legitimiert wird. Obere Instanzen und Vertreter werden herabgesetzt und nur die Räte sind das ausführende Organ der politischen Macht.
Überblick der vier großen politischen Richtungen 1918/19
Spartakusbund/KPD/Linke USPD
- Gegen Nationalversammlung
- Politische Macht soll bei Soldaten-und-Arbeiterräten liegen
- Staatsform: Rätesystem (Diktatur des Proletariats)
- Anstrebung des Sozialismus/Kommunismus
(M)SPD
- Pro Nationalversammlung
- Staatsform: Parlamentarische Demokratie
- Anstrebung des Sozialismus: Welcher aber nur das Eigentum der Großunternehmer enteignen soll
Bürgerliche (Liberale)
- Pro Nationalversammlung (Freiheitsgedanke)
- Staatsform: Parlamentarische Demokratie
- Gegen Sozialismus
Konservative Rechte
- Forderung nach konstitutionelle Monarchie
- Gegen Sozialismus
Beurteilung der Parlamentarisierung
Oktober 1918 wird Deutschland durch eine Reform von Max von Baden zur parlamentarischen Demokratie. Die MSPD ist mehrheitlich mit diesem Verlauf zufrieden, allerdings forderte der Spartakusbund (später KPD) eine sozialistische Republik. Diese wollen sie mit Hilfe einer sozialistischen Revolution erreichen.
Die Folge dieser verschiedenen Ansichten war der Spartakusaufstand am Januar 1919. Die MSPD verbündete sich mit dem Militär und zwang die Niederschlagung dieses Aufstandes. Dieser blutige Niederschlag des Aufstandes gilt als Grund der starken Feindschaft zwischen der MSPD und KPD und wird sogar als einer von vielen Gründen für die Machtergreifung Hitlers genannt.
Am 19.12.1919 wurde in der Nationalversammlung abgestimmt ob das Rätesystem oder die parlamentarische Demokratie eingeführt werden soll. Die MSPD hatte befürchtet, dass das Rätesytem durchgesetz wird und somit die Diktatur der Arbeiter eingeführt wird. Allerdings gewann das Modell der Parlamentarischen Demokratie mit klarer Mehrheit.
Ebert am 06.02.1919 vor der Nationalversammlung
Laut Friedrich Ebert (SPD) sei das Kaiserreich Schuld am Krieg, Hunger, Leid und dessen Folgen (Die Demütigung des Waffenstillstandes) Allerdings seien auch die Bestimmungen der Versailler Vertrages viel zu hart, denn nach Ebert werden die Opfer des Krieges bestraft. Das Kaiserreich sei Schuld am Krieg und nicht die neue junge Weimarer Republik. Zusätzlich ist er gegen die Fortführung der Revolution, da die Parlamentarische Demokratie als höchstes Ziel erreicht sei.
Durch die Parlamentarisierung und Abschaffung der Monarchie sollten die Allierten zufrieden gestellt sein, allerdings zwingen sie mit den harten Bestimmungen des Versailler Vertrages die Republik zum Schwanken.
Subjektive Beurteilung des Volkes
- Die OHL drängte aufgrund der aussichtslosen Lage auf Waffenstillstand
- Subjektive Beurteilung: Erfindung der Dolchstoßlegende der Konserativen: Das Heer sei im Krieg erfolgreich gewesen, allerdings "erdolchte" die eigene Regierungdas Heer von hinten.
- Parlamentarisierung der Monarchie sowie Auseinanderbrechen des Kaiserreiches ohne Gegenwehr der Monarchen
- Subjektive Beurteilung: Die Novemberrevolution wurde gestartet und die Monarchie wurde bekämpft.
- Friedrich Ebert (SPD) wollte Monarchie bewahren
- Subjektive Beurteilung: Wurde nicht von der Bevölkerung wahrgenommen.
- Mehrheit der Nationalversammlung wollte parlamentarische Demokratie; Räterepublik wurde nur von der Minderheit gewählt
- Subjektive Beurteilung: Die SPD hatte Angst vor der Räterepublik
- Spaltung der Arbeiterpartei
- Subjektive Beurteilung: Die KPD warf der SPD vor, die Sozialistischen Prinzipien zu verraten
Bewertung der Novemberrevolution
Nun werden zwei Zeitzeugen, welche unterschiedliche Bewertungen zu der Revolution, vorgestellt und damit eine Zusammenfassung der Ausgangslage der Weimarer Republik vorgestellt.
Friedrich Stampfer (SPD) 1919
- Stand der Revolution positiv gegenüber
- Kapitalismus sei das letzte Ziel, welches bekämpft werden müsse, solang müsse man den Kapitalismus überwinden
- Sozialistische Gesellschaft bestehe in einer parlamentarischen Demokratie
- Beklagt die Spaltung der Arbeiterparteien
- Die Gegner der Revolution seien noch nicht vollständig besiegt
Oswald Spengler (Bürgertum) 1920
- Gegner der Revolution und parlamentarischen Revolution
- Revolution sei die größte Dummheit in der deutschen Geschichte
- Revolutionäre seien "Pack"/"Pöbel"
- Kritisiert Gewaltätigkeit der Revolution
- Wahre sozialistische Revoltion sei 1914 an der Front gewesen -> Geschlossener Kampf der Deutschen
- Revolution nicht durch das Volk durchgeführt
Ausgangslage der Weimarer Republik
Die Weimarer Republik wurde von der KPD, den Konserativen und von dem rechten Teil des Bürgertums abgelehnt. Es gab nur Anhänger bei der SPD und einige Teile des Bürgertums. Damit wurde die Republik nur "hingenommen" aber nicht "angenommen". Damit hatte die Republik schlechte Startbedingungen.
