Ziele und Motive imperialistischer Politik

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Die Aufteilung Afrikas unter die Kolonialmächte 1913 Blau: Frankreich Rot: Großbritannien Blaugrün: Deutsches Reich Grün: Italien Dunkelviolett: Portugal Gelb: Belgien Hellviolett: Spanien
Die Aufteilung Afrikas unter die Kolonialmächte 1913
Blau: Frankreich
Rot: Großbritannien
Blaugrün: Deutsches Reich
Grün: Italien
Dunkelviolett: Portugal
Gelb: Belgien
Hellviolett: Spanien

Der Begriff des "Imperialismus" leitete sich ursprünglich aus dem lateinischem "imperium" ab, das soviel bedeutet wie Befehlsgewalt oder Herrschaftsbereich. Nach 1870 jedoch wandelte sich der Begriff grundlegend, der Imperialismus beschreibt nun mehr eine Großreichpolitik, in der bereits industrialisierte Großmächte weniger entwickelte Lämder und Bevölkerungen ausbeuten und versuchen sie zu assimilieren. Die "eroberten" Länder werden in form von Kolonien dem eigenen Land angegliedert.

Die Großmächte gingen dabei militärisch vor und setzten oftmals wirtschaftliche Druckmittel ein. Sobald ein Land nachgab ,versuchte man die Bevölkerung des fremden Landes kulturell und ideologisch zu beeinflussen.

Entsprechend folgenreich war die imperialistische Herrschaft für die beherrschten und ausgebeuteten Völker bzw. Länder, die in ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung teils extrem weit zurückgeworfen wurden. Die im Zeitalter des Imperialismus entstanden Kolonialgrenzen, und die wirtschaftlichen sowie Verkehrstechnischen Strukturen dienten überwiegend dem Waren/Güter Export. Außerdem sicherten diese Infrastrukturen später die Abhängigkeit der selbstständigen Kolonien zu der restlichen industrialisierten Welt, und den wirtschaftlichen Großmächten.

Von den Folgen des Imperialismus profitiere jedoch nur eine kleine indigenen Elite (also einheimische Elite) die nach der Dekolonisierung die Herrschaftspositionen der Kolonialherren übernahmen. Allgemein konnte sich aber nur sehr selten ein demokratisches System nach der Kolonisierung durchsetzten, zumeist, weil die Kolonien wirtschaftlich und kulturell stark angeschlagen waren. In einigen wenigen Fällen, so wie z.B. in Indien entwickelten sich dennoch demokratische Strukturen.

Inhaltsverzeichnis

Herrschaftsformen des Imperialismus

Die imperialistische Herrschaft gab es nicht nur in einer bestimmten Form, sondern in vielen verschiedenen Formen.

informellen Imperialismus

Diese Form des Imperialismus drückt sich durch indirekte Kontrolle aus. Dabei versucht man mithilfe von einheimischen Eliten ein Land zu beherrschen. Ein Beispiel hierfür ist Britisch-Indien.

formellen Imperialismus

Diese Form des Imperialismus zeichne sich durch direkte Verwaltung durch das Mutterland aus, wie es beispielsweise im Kolonialreich Frankreichs der Fall war.

Wirtschafts-Imperialismus

Der Wirtschafts-Imperialismus drückt sich vor allem durch Ausbeutung aus, es geht darum ein Land wirtschaftlich zu durchdringen und auszubeuten. Zumeist wurde diese Art des Imperialismus von selbstsüchtigen Staaten, wie zum Beispiel den USA in Lateinamerika oder die europäischen Mächte im osmanischen Reich, eingesetzt.

Kulturimperialismus

Der Kulturimperialismus ist einer der nachhaltigsten Arten des Imperialismus, er drückt sich durch eine völlige Ersetzung bestehender religöser und kultureller Vorstellungen durch Vorstellungen der Kolonialherren aus. (Oftmals auch in Verbindung gebracht mit Christianisierung)

Theorien zum Imperialismus

In der Blütezeit des Kolonialismus einstanden aus einer kritischen Diskussion mehrere Theorien über die Ursachen und Motive des Imperialismus.

wirklich realistisch sind die Ansätze, jeder für sich allerdings nicht, aber ein Zusammenspiel der Ansätze kommt dem wirklichen Geschehen bereits ziemlich nahe. Dieses Zusammenspiel verschiedener Ansätze nennt man multikausales Erklähungs-Modell.

Zeitgenössische ökonomische Theorien zum Imperialismus

Die ökonomischen Theorien, hauptsächlich von Hobson, Hilferding, Lenin, Schumpeter vertreten erklären die Expansion durch wirtschaftliche Motive. Diesem Ansatz zufolge ging es um die Suche nach Rohstoffen und Absatzmärkten für die Industrie, sowie profitablen Investitionsmöglichkeiten für das Großkapital.

Sozial-ökonomische Theorien zum Imperialismus

Diesem Ansatz zufolge, dessen Hauptvertreter der aus Deutschland stammende Wehler war, lässt sich der Imperialismus durch einen Entwurf des Sozialimperialismus erklären. Dabei geht es darum das die inneren Spannungen nach außen abgelenkt werden. Wehler wählt für seine Veranschaulichung die deutsche Weltpolitik als Beispiel. Nach Wehler sei die deutsche Weltpolitik d.h. eine Möglichkeit gewesen das deutsche Bürgertum für die Monarchie und gegen den wachsenden Einfluss der Sozialdemokratie (und ihrem Wunsch nach Demokratisierung) zu gewinnen. (bzw. mobilisieren)

peripheren Imperialismus

In diesem Ansatz werden den Interessen der "vor Ort stationierten" Handelnden, also Kaufleuten, Siedlern, Missionare, Militärs und Beamte entscheidende Bedeutung bei der Erweiterung und Durchdringung der Kolonien beigemessen. Die Idee dahinter ist relativ einfach, diese oben genannten Gruppen sollen nach diesem Ansatz die jeweiligen Regierungen angetrieben haben, um ihre eigenen wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele durchzusetzen.

pseudowissenschaftliche Theorie/n

das imperialistische Handeln lässt sich aber nicht nur durch ökonomische oder politische Prozesse und Strukturen erklären, sondern auch durch eigentlich irrelevante Theorien. (Bzw. Theorien ohne Halt) Eine der möglichen Theorien die den Imperialismus rechtfertigen sollten ist der Sozialdarwinismus, dabei gilt das Recht des stärkeren mehr als das traditionelle Volksrecht. Weitere pseudo-theoretische Erklärungen waren Rassismus und männlicher Chauvinismus der von den Kolonisten ausging.

Zivilisatorisches Überlegenheitsgefühl

Ein weiterer Ansatz ist die Theorie zur Bekehrung der "Wilden", diesen Ansatz finden wir unter anderem auch heute noch in zahlreichen Filmen weil es der wohl bekannteste ist. Grundlegend geht es darum, das eine scheinbar überlegende Zivilisation eine schwächere Zivilisation versuch zu zivilisieren. Etwas härter umschrieben bedeutet das, die "Wilden" also Einheimischen der höher entwickelten Zivilisation anzugleichen. Dies war vor allem bei Kulturen in Afrika und Asien zu beobachten. Die individuellen Traditionen und die Geschichte einzelner Völker oder Zivilisationen (die 3000 Jahre (bei den Chinesen) oder älter sein konnte) völlig außer Acht gelassen wurde, oder nur wenig beachtet wurde. Eine wichtige Rolle spielte auch die mögliche religiöse und kulturelle Empfängnis bzw. das Sendungsbewusstsein der Völker, mit dem ein Überlegenheitsgefühl entwickelt werden konnte und die Europäisierung der Welt begründet wurde.

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